DAS KARUSSELL

Wenn Du gehst, kommt die Angst aus Erlebtem und Frust,
vernebelt meinen Blick und lähmt mir den Atem,
flüstert mir Geschichten aus Hass und Verlust,
verleitet mich zu grenzüberschreitenden Taten.

Mein Geist erschafft Bilder deren Anblicke schmerzen,
und flehender Ton erklingt im Text meiner Briefe,
ich fühle eine eisige Hand am Herzen
meine Furcht schöpft Bilder aus der tiefsten Tiefe.

Jammernd und bettelnd habe ich um Erlösung gebeten,
meine Seele leidet und schreit nach Heilung und Liebe,
unter Tränen muss ich meine schwächste Seite erleben,
und ein Wort von dir ist wofür ich alles gebe.

Doch wenn du fern bleibst, kommt die Wut und nährt sich,
in meiner Brust entflammt Feuer und quält mich,
Sicherheit und Vertrauen sind entbehrlich,
gegen Deinen Verrat an mir ich wehr‘ mich.

Die Feder schreibt unglaublich schnell,
Zeile um Zeile wie Hundegebell,
Zorn und Wut aber kein dickes Fell,
meine Stimme klingt höher und grell.

Ich schimpfe auf Dich und Dein Tun,
kann nicht schlafen und kann nicht ruhen,
und dann erhalte ich Nachricht von Dir,
und unendlich Last fällt von mir.

Und wenn Deine Stimme an mein Ohr dringt,
werden alle Spitzen stumpf und Ecken rund,
und wenn Deine Stimme für mich singt,
dann entbehrt der Schmerz jedem Grund.

Und das Karussell hört auf sich zu drehen,
und meine Tränen wechseln die Seiten,
ohne Hass ohne Angst ohne Flehen,
kann Wärme sich in mir ausbreiten.

Und ich hänge an deinen Lippen
dem Abgrund noch einmal entgangen
doch ich kenne die Höhe der Klippen
im Karussell für immer gefangen.

ahoy